Menschen begegnen sich, lernen voneinander und der eine lernt besser Deutsch und die andere etwas über arabische Kultur. Das ist das Ziel des Pirnaer Tandems, eines Projektes der Stadt Pirna und Diakonie Pirna. Ein Pirnaer Tandem schafft Begegnung und Integration. Fast 30 Tandems gibt es bereits und eines davon ist Frau Meyer und Herr Redie, die im folgenden Interview ihre Erfahrungen weitergeben.

Tandem Meyer neu2

Pirnaer Tandem: Sie haben seit einigen Monaten ein Tandem mit Herrn Redie aus Eritrea. Wie ist es denn dazu gekommen?

Frau Meyer: Ich habe mich für die Hilfe für Flüchtlinge interessiert und mich bei der Diakonie Pirna erkundigt, wie ich helfen kann. Herr Mack hat mir dann ein Tandem mit Herrn Redie empfohlen. Das Tandemmodell hat mich sehr interessiert.

Pirnaer Tandem: In Deutschland spricht man viel über eine gute Integration. Herr Redie, wie hilft Ihnen das Tandem dabei sich in Pirna zu integrieren?

Herr Redie: Ich bin sehr glücklich mit dem Tandem. Dadurch bin ich nicht so allein und habe Kontakt zu deutschen Menschen. Dadurch bekomme ich viel Hilfe und bin sehr gut angekommen. Das gibt mir auch viel Frieden im Herzen. Es hilft mir auch sehr beim Sprachelernen. Trotzdem fehlt mir meine eigene Familie.

Tandem: In einem Tandem treffen ja zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen aufeinander, an welchen Stellen wird Ihnen das besonders deutlich?

Frau Meyer: Für mich ist die größte Herausforderung, der unterschiedliche Aufbau der deutschen und tigrinischen Sprache. Mit anderen Kulturen habe ich seit Kindesbeinen bereits immer wieder Kontakt gehabt und das hat mir eine große Freude und Offenheit für andere Kulturen gegeben.

Pirnaer Tandem: Herr Redie, wie lange mussten Sie denn auf einen Tandempartner warten?

Herr Redie: Es hat zwei bis drei Monate gedauert. Ich bin immer wieder zur Diakonie zu Herrn Mack gegangen und habe nachgefragt, bis Frau Meyer gefunden wurde.

Pirnaer Tandem: Wenn jemand am Überlegen ist, ob das Tandem etwas wäre, was würden Sie der Person sagen?

Frau Meyer: Das Wichtigste ist es, eine regelmäßige Zeit zu finden, zu der man sich trifft und einen guten logistischen Weg dafür. Außerdem ist es wichtig, das Thema festzumachen, an dem man gemeinsam arbeiten möchte. Bei unserem Tandem war es zunächst die Hausaufgabenhilfe und das Sprachelernen. Oft wird auch eine Unterstützung bei ganz alltäglichen Dingen gebraucht. Gut ist es auch die Familie mit einzubeziehen, dann wird das Tandem eine echte Bereicherung.

Pirnaer Tandem: Der Sinn vom Tandem ist ja, dass jeder etwas gibt. Herr Redie, was bringen Sie mit in das Tandem ein?

Herr Redie: Ich war gerne bereit bei verschiedenen Anliegen praktisch mit anzufassen. Ich koche zum Beispiel sehr gerne, aber mein Essen ist meist etwas zu scharf. Außerdem konnte ich viel aus meinem Land und unserer Kultur erzählen, die ja ganz anders ist, als hier in Deutschland.

Pirnaer Tandem: Das Tandem geht ja normalerweise nur ein halbes Jahr, werden sie nachher noch in Kontakt bleiben?

Herr Redie: Ja!

Frau Meyer: Ja!

Wir werden gemeinsam einen Weg finden, wie wir uns weiterhin treffen. Wir haben beide sehr von dieser Zeit profitieren können und es ist eine Freundschaft über kulturelle Grenzen entstanden. Ein paar Ideen, was wir noch machen können, haben wir schon, besonders musikalisch ...

Pirnaer Tandem: Vielen Dank für Ihre Bereitschaft zum Interview und den Einblick in ein Pirnaer Tandem, den Sie uns gegeben haben.

 

Wer selbst Interesse an einem Pirnaer Tandem hat, kann sich gerne auf dieser Seite anmelden und bei der Frage "Was möchten Sie ehrenamtlich tun?" Pirnaer Tandem eintragen. Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.

 

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Matthias Mack (Ehrenamtskoordinator)

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie.