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Die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen stellt dort die größte Herausforderung dar, wo beide Gruppen sehr eng zugunsten einer dritten Gruppe tätig sind. Dieses Beziehungsdreieck und die dazugehörigen Spannungen werden besonders in der Flüchtlingsarbeit deutlich, das stellt eine neue Studie der INBAS Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für FSFJ dar.

Deutlich werden in dieser Studie die Unterschiede von der ehrenamtlichen Tätigkeit in dem Bereich der Flüchtlingsarbeit zu anderen ehrenamtlichen Einsatzbereichen dargestellt. Die ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich ist keine Aufgabe, die nur Spaß macht und die Helfer sich aussuchen können, was sie machen. Gerade in Patenschaften, die Studie favorisiert den hierarchiefreien Begriff „Integrationslotsen“, werden z.B. oft wertvolle Ehrenamtsstunden mit Wartezeiten auf (die Rückmeldung von) Ämtern vergeudet – das ist frustrierend.

Es sind spannende empirische Erkenntnisse, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im ehrenamtlichen Engagement zwischen Ost- und Westdeutschland aufzeigen. Seit einigen Jahren wächst das Engagement in Ost und West etwa gleich stark an. In Ostdeutschland liegt es jedoch um gut 6% niedriger als in Westdeutschland. Dabei ist der Einsatz von Schülern und Studenten in Ost und West nahezu auf dem gleichen Level. Außerdem nähern sich die Engagementquoten immer mehr an, je höher der Bildungsabschluss ist.

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Überall in Vereinen, Kirchen und Organisationen, können wir ein positives Echo über das Ehrenamt vernehmen. Was alles mit Hilfe des Ehrenamtes geschaffen und aufrechterhalten wird, kann einen ins Staunen versetzen. Da gibt es die Faschingsveranstaltung für Menschen mit Behinderung, andere setzen sich seit Jahren für eine starke Demokratiebildung ein und wieder andere kümmern sich um eine schöne Gestaltung ihres Stadtteils.

Es gibt aber auch Unterschiede zwischen den Organisationen. Ein Verein muss seine Arbeit wegen Überalterung einstellen, ein anderer hat zwar viele Mitglieder, aber nur einige Aktive, die einen großen Teil der Aufgaben schultern müssen und andere Vereine scheinen regelrecht ein blühendes Ehrenamt zu haben.

 

 

Immer häufiger kann ich von Organisationen hören, die händeringend nach neuen Ehrenamtlichen suchen, um die bestehenden ehrenamtlichen Aufgaben weiter auszuführen. Viele Aufgaben können nur erledigt werden, weil einige bisherige Ehrenamtliche deutlich mehr Zeit investieren. Es gibt Organisationen, die haben das Ziel, dass jeder Ehrenamtliche nur eine einzige Aufgabe übernimmt - doch aus Mangel an engagierten Ehrenamtlichen, übernehmen die bisherigen Aktiven immer mehr Aufgaben. Wohl dem, der solche motivierten Menschen in seinen Reihen hat - wie einen kostbaren Schatz sollte man sie behandeln und ihre Leistung anerkennen.

Das freiwillige Engagement (Ehrenamt) ist ein wesentlicher Grundbaustein unserer demokratischen Gesellschaft. Im Umkehrschluss ist es die Aufgabe des freiwilligen Engagements unsere Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken.

Seit den vergangenen Jahren ist das freiwillige Engagement zwei Tendenzen ausgesetzt, die den eigentlichen Sinn des Ehrenamts zuwiderlaufen. Zum einen soll es immer wieder Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen und dient so als "Ausfallbürge" und zum anderen wird der Begriff des freiwilligen Engagements / Ehrenamts so beliebig gebraucht, dass dessen eigentliche Inhalte und Ziele nicht mehr zu erkennen sind.

 

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Wer im Internet nach "Ehrenamt 4.0" sucht, findet zuerst Artikel des Deutschen Landfrauenverbandes oder entsprechende Kongresse und Ideenwettbewerbe aus Rheinland-Pfalz oder Süddeutschland.

Ehrenamt 4.0 ist ein Zukunftsthema, welches sich im Moment immer erkennbarer entwickelt. Angelehnt ist der Begriff an die sogenannte Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution, mit den intelligenter werdenden Maschinen. Da sich das Ehrenamt 4.0 noch in der Startphase befindet, sind auch die Beschreibungen nicht immer einheitlich. Trotzdem ist es wichtig, für alle, die mit ehrenamtlich tätigen Menschen zu tun haben, die neue Entwicklung genau zu beobachten und angemessen darauf zu reagieren.