Ehrenamt

Es sind spannende empirische Erkenntnisse, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im ehrenamtlichen Engagement zwischen Ost- und Westdeutschland aufzeigen. Seit einigen Jahren wächst das Engagement in Ost und West etwa gleich stark an. In Ostdeutschland liegt es jedoch um gut 6% niedriger als in Westdeutschland. Dabei ist der Einsatz von Schülern und Studenten in Ost und West nahezu auf dem gleichen Level. Außerdem nähern sich die Engagementquoten immer mehr an, je höher der Bildungsabschluss ist. Als einen Grund für die Unterschiede wird herausgestellt, die geringere Bindung an Kirche und Religion in Ostdeutschland, wodurch für den ehrenamtlichen Einsatz auch eine hilfreiche Infrastruktur fehlt. Darüber hinaus gibt es noch wirtschaftliche Faktoren, welche mit für eine geringere Engagementquote verantwortlich sind. In Ostdeutschland zählen die siedlungsräumlichen Strukturen überwiegend zum ländlichen Raum, der generell stark vom demografischen Wandel und vom Vereinssterben betroffen ist. Obwohl prinzipiell das ehrenamtliche Engagement im ländlichen Raum höher ist, wirkt sich in Ostdeutschland die höhere Arbeitslosenrate negativ auf die Engagementquote aus.

Bild Ehrenamt Ost West

Es ist zu beachten, dass es in Deutschland nicht nur Unterschiede zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Nord und Süd gibt. Oder wie erwähnt zwischen Stadt und Land.

In ganz Deutschland ist der Anteil der ehrenamtlich engagierten Frauen niedriger, als der der Männer. Menschen ab 65 Jahren engagieren sich deutlich seltener, genauso wie arbeitslose Menschen, Rentner oder Pensionäre. Eine Möglichkeit, Strukturen zu schaffen, die gerade auch diesen Personengruppen den Weg ins Ehrenamt erleichtert, sind die lokalen Freiwilligenzentralen. Laut der Befragung, werden sie häufiger von Frauen und auch von älteren Menschen genutzt.

Diese Ergebnisse können wir, durch die Arbeit der Freiwilligenzentrale der Stadt Pirna und Diakonie Pirna, bestätigen. 60% unserer Ehrenamtlichen sind Frauen. Der Altersdurchschnitt aller Ehrenamtlichen der Freiwilligenzentrale liegt 6 Jahre über dem Altersdurchschnitt unseres Landkreises. Außerdem haben wir durch die Arbeit der Freiwilligenzentrale überdurchschnittlich häufig arbeitslose Menschen, Rentner oder Pensionäre erreicht. Diese Werte bleiben relativ konstant, obwohl monatlich einige neue Ehrenamtliche hinzukommen.

Laut der Statistik des Freiwilligensurvey 2014, werden Medien und Internet genauso häufig als Anstoß für das freiwillige Engagement genutzt, wie die Freiwilligenzentralen. Aus diesem Grunde haben wir vor zwei Jahren die Arbeit der Freiwilligenzentrale, durch die Ehrenamtsplattform www.ehrenamt-in-pirna.de ergänzt. Seit dem gibt es nicht nur eine zusätzliche Möglichkeit mit der Freiwilligenzentrale in Kontakt zu kommen, sondern auch eine Option, sich umfangreich über das Ehrenamt in Pirna und neue Entwicklungen in der Freiwilligenarbeit zu informieren. Die Evaluation der Zugriffe zeigt ein deutlich steigendes Interesse an dieser Plattform, auf der Sie sich gerade befinden.

Mit diesen neugeschaffenen Strukturen hat die Stadt Pirna, die Diakonie Pirna und das Vereinsnetzwerk, einen zeitgemäßen Weg geschaffen für mehr ehrenamtliches Engagement und für eine gerechte Partizipation aller an den Möglichkeiten des Ehrenamtes in Pirna. Die bisherigen Erfolge motivieren uns, weiterhin in der Ehrenamtsförderung auf dem aktuellen Stand zu sein.

Quellen:

http://www.ziviz.de/

https://www.dza.de/forschung/fws.html

https://www.statistik.sachsen.de/

Matthias Mack

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